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  • AutorenbildMathias Jettschat

Vom Bariton zum Barista



Ich bin Mathias, seit 20 Jahren Musiker und mit meiner Band RadioNation sehr gut unterwegs. Wir spielen auf großen Bühnen in ganz Deutschland, auf Marktplätzen, Firmenevents, Messepartys und sind jährlich mehrere Monate mit einem Kreuzfahrtschiff auf den Weltmeeren unterwegs. Bis zum März 2020, dann wurde alles anders.





Mit meiner Band spiele ich seitdem pandemiebedingt nicht mehr wirklich viel, zum Leben reicht es schon gar nicht und Systemrelevant waren wir auch im zweiten Pandemiejahr leider immer noch nicht. Was macht man dann außer Gitarre üben, Ersparnisse aufbrauchen, Konzerte vorbereiten, welche ohnehin nicht stattfinden, weil Veranstaltungen wieder nicht erlaubt sind, und Kaffee trinken?

Kaffee… Moment mal…


Schon im Juni 2020 kam ich auf die Idee , ein eigenes Coffee-Bike zu eröffnen, bei einem Spaziergang im Park entdeckte ich dort so ein Ding. Espresso, Cappucino oder Chai Latte? Der Duft frisch gemahlener Espressobohnen, welcher von dieser mobilen Kaffeebar ausging, sich im Park verteilte und stetig Gäste anlockte, ließ mich nicht mehr los.

Wie wäre es selbst ein Coffee-Bike zu betreiben und dann bei gutem Wetter einfach in den Park zu fahren? Mühle an, Siebträgermaschine heiß laufen lassen und lecker Espresso für zwei Euro. Bitteschön, Dankeschön. Der Nächste bitte. Was wünschen sie? Gern!


Ein zweites Standbein, neben der Musik, die ja pandemiebedingt ohnehin nur noch ein Holzbein zu sein schien.

Kaffee geht immer. Im Sommer, im Winter. Ja, sogar während einer Pandemie. Wird ja nicht zwangsläufig gesungen dabei.

Ich habe es dann nicht getan, weil mir im Sommer 2020 eine entscheidende Sache fehlte, ohne die absolut gar nichts geht: Mut.


„Niemand weiß, was er kann, bevor er's versucht.“ (Publilius Syrus)


Ich habe noch nie etwas anderes gemacht außer Musik, Veranstaltungen organisiert und Events durchgeführt. Ich bin Musiker und gelernter Eventmanager. Im ersten Pandemiejahr habe ich noch ein Studium zum Online-Marketing-Manager drangehängt.

Ich habe noch nie gekellnert, nie in einem Café gejobbt oder mein Geld auf irgendeine andere Art verdient als auf oder hinter der Bühne.

Im ersten Jahr einer Pandemie, deren Ende nicht abzusehen ist, etwas mutlos zu sein und kein neues Unternehmen zu gründen, ist keine Schande.







Das Coffee-Bike und meine Leidenschaft für guten Kaffee ließen mich jedoch nicht mehr los. Im Urlaub in Polen im Sommer 2021, Corona beschäftigte uns nun schon anderthalb Jahre und beraubte uns neben unserer Berufung auch langsam der Existenz, fällte ich bei einem Espresso in Danzig den Entschluss: Ich eröffne ein Coffee-Bike.


Daheim angekommen nahm ich dann sofort Kontakt zur Coffee-Bike GmbH in Osnabrück auf. Ein Franchise-Konzept mit guten Konditionen, großartigen nostalgischen Bikes, einem richtig guten Produktportfolio und einer Philosophie, hinter der ich echt stehen konnte. Nachhaltig, Bio und Fair. Das sollte es sein.

In Mitteldeutschland gibt es nur wenige Franchisepartner, also Mut zusammennehmen und machen. Singen kann ich ja immer noch.

Drei Wochen später hatte ich den Vertrag unterschrieben, eine Barista-Schulung und zwei Monate darauf konnte ich mein eigenes neues Unternehmen eröffnen und fortan Leipzig mit einem Coffee-Bike mit erstklassigen Kaffeeprodukten versorgen.


Derzeit unterstützen mich vier tolle Mitarbeiterinnen und wir stehen täglich im Petersbogen Leipzig und ab Januar sonntags im Arthur-Bretschneider-Park in Leipzig/Gohlis.


2022 möchten wir auch auf Hochzeiten, Messen und Firmenevents unsere leckeren Kaffeespezialitäten anbieten. Somit schließt sich der Kreis zum Eventmanager wieder. Vielleicht singe ich dann dabei auch noch. Wer weiß.










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